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Mein letzter Eintrag hat mich auf eine Idee gebracht: Warum fangen wir nicht damit an, einen Unterschied zu machen? Wir, hier bei twoday? Wie wäre es, wenn twoday-user ein Kind sponsoren? Bei sovielen Usern wären das für jeden, der mitmacht doch nur Peanuts. Wir könnten einen blog einrichten und über das Kind berichten, wannimmer es was zu berichten gibt.
Allerdings bin ich Realist. Ich sehe zwei Probleme. Zum einen weiß ich, dass solche Aktionen in den Augen von einigen Leuten immer den schalen Beigeschmack von Selbstdarstellung haben. Aber die müssen es ja nicht lesen. Oder sie gehen mit gutem Beispiel voran und spenden anonym. Man kann ein solches Projekt eh nicht machen ohne Selbstdarstellung. Aber was ist besser? Die Frage sollte nicht lauten, was mir mehr bringt, sondern was den Kindern und Erwachsenen was bringt, die davon profitieren würden. Bitte geben Sie sich ihre Antwort selber. Zum anderen haben solche Projekte immer das Problem, dass sie nach anfänglicher Begesterung schnell im Sande verlaufen. Dann lieber gar nicht.

Ich bitte um Kommentare!


War ja nur ne Idee.

Mir geht's gut. Ich bin zwar Student und als solcher ab und an knapp bei Kasse, aber das ändert nichts daran, dass ich jeden Tag Essen auf dem Tisch stehen habe. Vor mir steht der Laptop, hinter mir der Fernseher. Ich hab kein Auto, dafür drei Gitarren. Worüber soll ich klagen? Trotzdem tue ichs. Und jeder mit mir. Ich glaube nicht, dass Drittweltländer so viel klagen wie dieses Land hier.
Es gibt andere, die für den Preis meiner Gitarre zwei Jahre Essen bekämen. Inklusive Schulbildung. Begi ist so einer. Begi ist sechs und wohnt in Malawi, einem Land von dem ich noch nicht mal hätte sagen können, wo genau es liegt. Irgendwo in Afrika eben.
Malawi liegt im Südosten Afrikas und grenzt im Nordwesten an Sambia und im Nordosten an Tansania. Die ganze südliche Hälfte wird von Mosambik umschlossen. Begi lebt mit seinen Eltern im Projekt "Kunyinda" im Südwesten Malawis. Dort erreichen 400 von 1000 geborenen Kindern nicht das sechste Lebensjahr. Mindestens 15% aller Erwachsenen sind HIV-positiv, Malaria, Cholera und Ruhr sind die Haupttodesursachen. Es gibt von allem zuwenig. Zu wenig Nahrung, zu wenig Wasser, zu wenig Schulen, zu wenig medizinische Versorgung, zu wenig Hoffnung sowieso. Deswegen hat World Vision das Projekt "Kunyinda" gestartet; und viele andere Projekte in Afrika, Mittel- und Südamerika, Asien, Osteuropa. Für 30 Euro im Monat bekommen Kinder eine Chance, die für mich nie zur Debatte stand. Ich musste mich nie fragen, ob ich morgen noch genug zu essen habe oder in die Schule gehen kann. Ich musste nicht damit rechnen, dass ich selbst, meine Freunde, Nachbarn, Verwandte vielleicht bald sterben würden. Ich hab es immer als Selbstverständlich erachtet, alles zu haben. Doch es ist verdammt noch mal nicht selbstverständlich.
Ich weiß, dass ich mit 30 Euro nicht die Welt verändern kann. Aber für Begi wird es einen Unterschied machen. Soviel ist sicher.
Ich klinge ungewollt pathetisch heute. Sorry. Wünsche mir für mich klarere Worte. Und klarere Taten. Und für alle anderen wünsche ich mir das auch.

Ich war zehn Jahre alt, vielleicht auch schon elf, bin mir nicht mehr sicher. Auf jeden Fall war ich in der fünften Klasse. Ich fühlte mich eigentlich ganz wohl auf der neuen Schule; ich war zwar nicht der Mittelpunkt der Klasse, aber der Außenseiter war ich auch nicht. Ich hatte ein paar Freunde und somit war ich zufrieden.
Unsere Klasse lag mit den anderen drei fünften Klassen in einem "Pavillon", wie es offiziell hieß. Allerdings nannten sowohl Schüler als auch Lehrer das Ding nur abschätzig "Baracke". Es lag oben auf dem Hügel, an den das Gymnasium gebaut worden war und somit etwas abseits vom Rest der Schule. Nur das Internat und die Sporthallen lagen direkt daneben. Für uns war das super, wir hatten unsere Ruhe und keiner von den "Großen" störte uns.
Die erste Stunde begann um 8:15 Uhr. Zumindest offiziell. Da aber auch Lehrer morgens noch nicht so fit sind und ihre Zeit brauchen, um den Berg zu erklimmen, verschob sich die erste Stunde meist um ein paar Minuten nach hinten. Uns war das recht, wir standen an der Eingangstür der "Fünfer-Baracke" und fanden stundenlang Gefallen daran "Er kommt...nicht!" zu schreien und hin und her zu rennen, bis wirich deswegen emahnt wurden.
Ich war immer einer der ersten in der Klasse, mein Bus kam immer schon sehr früh an. Später hätte ich mir das gewünscht, man hätte die Zeit schließlich gut zum Hausaufgaben abschreiben nutzen können. In der fünften Klasse lag mir das aber noch zu ferne.
Es gab außerdem andere Dinge, die mich viel mehr interessierten. Allen voran J. Sie war meine erste große Liebe. Ich wusste damals nicht, was das heißt und ich hab mir auch nie die Frage gestellt, was ich für sie empfinde. Ich wusste einfach, dass ich in sie verliebt war (oder verknallt, wie wir sagten). Ich wusste es mit einer Sicherheit, die über jeden Zweifel erhaben war. Und mit einer Sicherheit, die über jeden Spott erhaben war. Das soll schon was heißen in der fünften Klasse. Mir war es egal, ob die anderen das wussten. Aber ihr offiziell meine Liebe gestanden habe ich nie. Ich war doch zu feige. Und ich wusste, dass sie mich nie hätte haben wollen, sie war zu cool für mich, zu sehr im Mittelpunkt. Sie fanden alle toll, ich war beileibe nicht der Einzige. Aber kampflos aufgeben wollte ich nicht. Und da ich nicht manns genug war, ihr meine Liebe zu gestehen, musste ich andere Wege finden, ihr sie zu zeigen.
Ich fand einen Weg. Die Tatsache, immer als erster in der Klasse zu sein, vor allen anderen und vor allen Dingen vor ihr, eröffnete mir die perfekte Möglichkeit: Jeden Morgen ging ich zu ihrem Platz, nahm den Stuhl vom Tisch und stellte ihn auf den Boden. Ich ging zuerst zu meinem Platz, stellte meinen Sachen ab und den Stuhl auf den Boden und dann ging ich zu ihrem Platz. Nur ihr Stuhl und mein Stuhl. Nur sie und ich.
Sie wunderte sich schon etwas darüber, dass ihr Stuhl immer als einziger auf dem Boden stand und irgendwann verriet mich auch jemand. Ich glaube sie sagte damals, dass sie ihren Stuhl gerne selber runternehmen würde. Doch das sollte mich jedoch nicht davon abhalten, ihr meinen Liebesbeweis kontinuierlich weiter zu erbringen. Sie hatte es verdient, sie war schließlich meine große Liebe.
Wenn ich ehrlich bin, war ich danach nie wieder so kompromisslos verliebt wie damals mit elf Jahren. Alle weiteren Beziehungen gründeten mehr auf Sympathie und waren durchzogen mit Zweifel und Unsicherheit. Niemals danach war ich so überzeugt von meinen Gefühlen einer Frau (oder einem Mädchen) gegenüber.
Ich bin sicher, dass das irgendwann wieder kommt. Wünsche mir diese Einfachheit, Gefühle zuzulassen und die kindliche Kreativität, sie zu zeigen. Nur diesmal bitte auch mit positiver Antwort.

Falls jemand Lust hat, mir etwas zum Geburtstag zu schenken (ist erst im November; noch genug Zeit, um ein bißchen zu sparen): Hierüber würde ich mich freuen. Sehr sogar.

Heute sind die Rohölpreise und der schwache Euro schuld. Früher war's der Bossa Nova.

Die meisten Leser, die mich via google erreichen, fahnden nach "Bewerbungsschreiben" oder "Nachsendeantrag". Vielleicht ein Zeichen dafür, mein Glück doch woanders zu probieren und dieser Stadt den Rücken zuzukehren.

Es kommt eben doch auf die Größe an. Wenn das stimmt, werde ich mit meinen 2,03 Metern definitiv versöhnt.

Bei mir leider chronisch.
Der bad face day geht dagegen hoffentlich ganz schnell wieder vorbei.

 

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