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Es war meine erste Premierenfeier. Wim Wenders hatte in die Essener Lichtburg geladen und führte Land of Plenty vor. Die NRW-Premiere. Ein sehr schöner Film. Schöne Bilder, ausdrucksstarke Schauspieler, eine gute Story mit vielen abgedrehten Elementen und übertriebenen Szenen auf der einen und sehr vielen grundnormalen und alltäglichen Einstellungen auf der anderen Seite, aber vielleicht gerade deshalb so authentisch. Ein Blick auf das Amerika von heute, den ich vorsichtig bestätigen möchte. Vorsichtig deshalb, weil meine Amerikaaufenthalte mir kein abschließendes Urteil erlauben – ich ahne nur, dass es so ist.
Nur die Bilder konnte ich bestätigen. Normalerweise hat man bei amerikanischen Filmen – habe ich bei amerikanischen Filmen – nie das Gefühl, dass sie auch wirklich in Amerika spielen. Sie sind so weichzeichnerisch aalglatt, dass die Bilder - und damit die Realität - kaum noch Kontur haben. Vielleicht liegt es an der Verwendung der Digitalhandkamera in Land of Plenty, aber ich hatte seit langem endlich mal wieder das Gefühl, ja, so sieht es da aus. Genau so. Dieses Gefühl hatte ich das letzte Mal bei „The Straight Story“, wo ich nachher auch nur dachte: Ja, das ist Amerika. Das wirkliche Amerika.
Wenders hat einfach einen schönen Film gemacht, denn ich jedem ans Herz legen möchte. Dazu kommt ein umwerfender Soundtrack, der vor allem von Thom & Nackt stammt, einem mir bis dato unbekannten Duo, die mich zwar ständig an Radiohead erinnerten (Nicht nur wegen „Thom“), aber dennoch eine sehr kreative und intensive Musik machen. Zu meiner Freude spielten sie nach dem Film noch ein kurzes Set von vier Stücken. Wenn die Instrumente einer Band aus einem Rhodes und einem Kontrabass (plus einem Picknicktisch mit Technik) bestehen, dann bin ich eh hin und weg und verzeihe sogar die Abwesenheit einer Gitarre. Als Musiker pocht man ja doch normalerweise immer gerne auf die Unabdingbarkeit des eigenen Instruments.
Zwischen Film und Musik gab es dann die obligatorische – ich denke, sie ist obligatorisch, wie gesagt, es war meine erste Premierenfeier – Dankesrede des Regisseurs, der im Zuge dessen alle wichtigen Menschen auf die Bühne holte. Wenders hat seine Hymnen sichtbar bewegt dennoch kurz und prägnant gehalten. Leider waren die Schauspieler nicht anwesend, von daher begnügte man sich mit den Menschen hinter den Kulissen.

Edit: Habe gerade einige Passagen dessen, was ich geschrieben hatte, gelöscht. Der Beitrag war nie destruktiv gemeint und war es dennoch. Danke an N. und J. für die Standortbestimmung.

kommt hier eigentlich jeden Tag her, indem er bei google nach "sixeight" sucht und dem link folgt? Und warum?
Bitte kommentieren Sie jetzt.

Ich würde ja jetzt schon endlich ganz gerne mal Teil einer Jugendbewegung sein.

 

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