Mir geht es genau wie Frau Gröner.
derGarfunkel - am Donnerstag, 20. Januar 2005, 22:15
Mein CD-Player ist momentan in Beschlag genommen von dieser wunderschönen CD, dem Soundtrack dieses wahrscheinlich sehr schönen Films. Leider läuft er hier erst im März an, aber aus gut unterrichteten Kreisen (everyone is responsible for his own education) weiß ich, dass er sehr, sehr nett sein soll. Der Trailer verheißt auch schon mal einiges.
So, und weil das verlinken so schön ist, hier noch der Link auf diesen Beitrag.
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derGarfunkel - am Donnerstag, 20. Januar 2005, 21:25
I drink good coffee every morning
Comes from a place that's far away
And when I'm done I feel like talking
Without you here there is less to say
I don't want you thinking I'm unhappy
What is closer to the truth
That if I lived till I was 102
I just don't think I'll ever get over you
Colin Hay - I just don't think I'll ever get over you
Comes from a place that's far away
And when I'm done I feel like talking
Without you here there is less to say
I don't want you thinking I'm unhappy
What is closer to the truth
That if I lived till I was 102
I just don't think I'll ever get over you
Colin Hay - I just don't think I'll ever get over you
derGarfunkel - am Donnerstag, 20. Januar 2005, 17:41
Es gibt Tage, an denen ich in den Spiegel schaue und mich absolut nicht wundern würde, wenn ich darin jemand anders sähe.
derGarfunkel - am Mittwoch, 19. Januar 2005, 22:33
Joseph wollte nie Schreiner werden. Als Kind hatte er sich immer heimlich davongeschlichen und war auf den Marktplatz gelaufen. Dort beobachtete er die Händler mit ihren Wagen und Ständen und den Waren aus der ganzen Welt. Dort waren Tuchhändler aus Laodizea, Gewürzhändler aus Sinope, Salbenhändler aus Zyrene und viele Gemüse- und Tierhändler aus der Gegend um Jerusalem. Joseph liebte es, über den Markt zu gehen, die Ziegen, Ochsen und Tauben zu beobachten und vor allen Dingen die Männer, die sie kauften. Er schlich von einem Stand zum anderen und lauschte den Gesprächen, dem Feilschen, dem Handeln. Nach und nach wusste er, welcher Händler besonders gut feilschen konnte, wer welche Tricks einsetzte, um seinen Kunden viel Geld für minderwertige Ware abzunehmen. Joseph war begeistert von den Händlern, die tausende Kilometer zurücklegten, um hier ihre Waren zu verkaufen und die so anders aussahen, so besonders. Die Ägypter mit ihren Kamelen und den bunten Gewändern, die Griechen mit ihrem gemütlichen Bart und dem verschmitzen Lachen und vor allem die Araber mit ihren lustigen Hüten. Joseph fand das alles spannend. Viel spannender als die Arbeit seines Vaters, der sich täglich in seiner finsteren Werkstatt mühte und Möbelstücke baute. Er wollte niemals Schreiner werden, viel lieber Händler. Er wollte auch herumkommen in der Welt, das Meer sehen, die Wüste und fremde Länder. Doch seine Wünsche waren vergebens. Sie blieben Träume und konnten sich nicht behaupten gegen die Traditionen seines Volkes. Welche Chance hat ein Träumer in einem Volk, das zu arm ist, um sich Träume zu leisten? Die Realität ist hart und was ist schon eine verkümmerte Phantasie gegen einen vollen Magen. Hier tauscht man Idealismus gegen Brot und Sehnsucht gegen ein paar Pfund Fleisch. Hier lernt ein Sohn den Beruf des Vaters und des Großvaters und des Urgroßvaters. Ein Beruf ist eine Familienangelegenheit. Er wird von einer Generation zur Nächsten weitergegeben und von den Söhnen der Familie gelernt, sobald sie alt genug dafür sind.
Joseph fühlte sich nie alt genug, um Schreiner zu werden, doch er wurde nicht gefragt. Es gab keine Diskussion, keine Chance auf eine andere Möglichkeit. Er half seinem Vater in der Werkstatt wann immer dieser ihn brauchte. Dabei mochte er den stickigen Raum nicht. Er sehnte sich nach mehr Licht und nach mehr Luft. Am meisten hasste er die monotonen Stunden die er damit zubrachte, einen Balken zurecht zu hobeln. Stundenlang dieselbe Handbewegung. Scheinbar unmögliche Versuche, dem Stück Holz vor ihm eine Form zu geben. Dabei versank Joseph immer wieder in die Traumwelt aus Märkten und Händlern, zu denen er so gerne wollte. Sein Vater benötigte immer mehrere Versuche, ihn aus seiner Träumerei herauszuholen und wieder ans Arbeiten zu bekommen. Ein Träumer sei er, hörte er seinen Vater immer wieder sagen, zu jedem, der es hören wollte. Am meisten zu seiner Mutter und zu seinen Geschwistern, aber auch zu Kunden und Nachbarn. Alle wussten es irgendwann, dass Joseph ein Träumer ist. Nicht sehr geschickt mit seinen Händen, immer etwas langsam bei der Arbeit und nur gut darin, den Kunden für die bestellte Arbeit noch ein Silberstück mehr als vereinbart abzuknöpfen. Der letzte Rest seines Traums, der irgendwann auch eingehen würde. Dunkelheit, schlechte Luft und Monotonie sind schlechte Lebensbedingung für Träume. Zuerst töten sie den Willen, dann die Phantasie, dann den Traum und am Ende den Träumer selbst.
Joseph fühlte sich nie alt genug, um Schreiner zu werden, doch er wurde nicht gefragt. Es gab keine Diskussion, keine Chance auf eine andere Möglichkeit. Er half seinem Vater in der Werkstatt wann immer dieser ihn brauchte. Dabei mochte er den stickigen Raum nicht. Er sehnte sich nach mehr Licht und nach mehr Luft. Am meisten hasste er die monotonen Stunden die er damit zubrachte, einen Balken zurecht zu hobeln. Stundenlang dieselbe Handbewegung. Scheinbar unmögliche Versuche, dem Stück Holz vor ihm eine Form zu geben. Dabei versank Joseph immer wieder in die Traumwelt aus Märkten und Händlern, zu denen er so gerne wollte. Sein Vater benötigte immer mehrere Versuche, ihn aus seiner Träumerei herauszuholen und wieder ans Arbeiten zu bekommen. Ein Träumer sei er, hörte er seinen Vater immer wieder sagen, zu jedem, der es hören wollte. Am meisten zu seiner Mutter und zu seinen Geschwistern, aber auch zu Kunden und Nachbarn. Alle wussten es irgendwann, dass Joseph ein Träumer ist. Nicht sehr geschickt mit seinen Händen, immer etwas langsam bei der Arbeit und nur gut darin, den Kunden für die bestellte Arbeit noch ein Silberstück mehr als vereinbart abzuknöpfen. Der letzte Rest seines Traums, der irgendwann auch eingehen würde. Dunkelheit, schlechte Luft und Monotonie sind schlechte Lebensbedingung für Träume. Zuerst töten sie den Willen, dann die Phantasie, dann den Traum und am Ende den Träumer selbst.
derGarfunkel - am Mittwoch, 19. Januar 2005, 18:03
Der Welt draußen ist es egal, was ich von ihr halte. Ich blicke sie an, als wäre sie in einem Schaufenster. Auslegeware. Oder ich gehe einfach nur vorbei.
Ich will sie nicht kaufen, könnte es gar nicht. Ich will sie kaum noch prüfend betrachten, eher abwartend, abweisend vielleicht. Sie ist nicht meine Welt. Sie gibt mir viel, doch verlangt mehr ab. Sie zwängt mich in überfüllte Straßenbahnen, volle Straßen, enge Normen. Die Stadt ist ein Korsett für mich, das ich nie tragen wollte.
Ich übe mich in Vernunft, auf der Suche nach Lösung. Schaffe sie nur im Traum.
Ich will sie nicht kaufen, könnte es gar nicht. Ich will sie kaum noch prüfend betrachten, eher abwartend, abweisend vielleicht. Sie ist nicht meine Welt. Sie gibt mir viel, doch verlangt mehr ab. Sie zwängt mich in überfüllte Straßenbahnen, volle Straßen, enge Normen. Die Stadt ist ein Korsett für mich, das ich nie tragen wollte.
Ich übe mich in Vernunft, auf der Suche nach Lösung. Schaffe sie nur im Traum.
derGarfunkel - am Dienstag, 18. Januar 2005, 21:09