archiv und filialen
blogroll
disclaimer
mission statement
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
icon14

 
Ich hatte bereits im zarten Grundschulalter den Wunsch, Schriftsteller zu werden. Damals legte ich mich extra ab und zu nachmittags hin, um meinen Tagträumen nachzuhängen. Eine Zeit lang wollte ich sie danach aufschreiben, um ein Buch daraus zu machen. Den Plan habe ich jedoch relativ schnell aufgegeben, als mir auffiel, dass man sich nach so einer Reise in die Tiefen der Phantasie an rein gar nichts mehr erinnert, außer an ein Grundgerüst, dass ich selbst heute noch teilweise aktualisieren kann.
Aus heutiger Sicht wären diese Geschichten recht langweilig geworden, handelten sie doch vornehmlich von Autos und Motorrädern.
Mein zweiter Vorstoß richtung Pen-Club fand ein paar Jahre später statt, fünfte oder sechste Klasse. An einem heißen Sommertag lag ich in der Hängematte und begann, ein Buch zu schreiben; eine Dedektivgeschichte. Die Hauptperson hieß Roger Simon Hangman und war, was sonst, Privatdedektiv. Ihm zur Seite stand seine hübsche Assistentin Jennifer Verynice. Zur gleichen Zeit in real life hatte ich eine Klassenkameradin, die auch Jennifer hieß und die ich very nice fand. Nenn es Schicksal oder Zufall oder nenn's von beiden keins. (Fanta 4)
Auch dieses große Stück Weltliteratur hat es leider nur bis zum zweiten Kapitel gebracht, danach verschwand es für immer irgendwo; wo auch immer. Ein bißchen schade ist es schon, dass ich so schnell aufgegeben hatte. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich damals schon sehr abhängig war vom Feedback der Kritiker und Leserschaft. Wobei in diesem Falle sowohl Kritiker als auch Leserschaft aus ein und derselben Person bestanden, nämlich meiner Mutter, die, etwas widerwillig, mein Manuskript las und es, was wohl das Schlimmste ist, mit Gleichgültigkeit zur Kenntnis nahm. Bestimmt sagt sie sowas wie, ich solle lieber weiter im Sandkasten spielen oder meinen besten Freund anrufen, um etwas Vernünftiges zu unternehmen. Das kann ich allerdings nicht mehr genau sagen.
Danach war es lange ruhig um mich. Ein paar Kurzgeschichten, ein bißchen Lyrik hier und dort; und webloggen. Inzwischen fast ein Sakrament für mich. Und letztes Jahr dann ein neues Genre: Café-Geschichten. Es begann in den USA. Ich saß im Café (das 17.5 in Richmond, VA) und begann, drauflos zu schreiben. Ich schrieb über das Café, die Leute, die vergangenen Tage und spürte meine Geschichten auf, die sich so angesammelt hatten. Vieles war Situationsbeschreibung über die Gäste oder die Einrichtung. Vieles war auch tagebuchlerisch. In Ermangelung meines weblogs griff ich zu Papier und Stift und begriff eine ganz andere Seite des Schreibens. Ein Schreiben, dass mir Raum lässt für das drumrum, weil sich der Blick ganz automatisch im Raum verteilt und nicht am Bildschirm kleben bleibt. Back to the roots. Bald werde ich Steinplatten und Meißel mit ins Café schleppen.
Seit Amerika ist aber damit auch Schluß. Seitdem lese ich die Geschichten ab und an und bin, was mein Schreiben angeht, viel selbstkritischer geworden. Ich weiß, dass ich nicht so gut bin, wie ich's gerne wäre. Und wünsche mir trotzdem, besser zu sein. Manchmal träume ich auch davon. Womit wir wieder beim Anfang wären...
 

twoday.net

xml version of this page

powered by Antville powered by Helma
AGB