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Der New Yorker an sich zeigt sich glaube ich ziemlich unbeeindruckt, was den 4. Juli angeht. Zumindest lässt er in seiner Stadt trotz Nationalfeiertag (und das auch noch an einem Sonntag) alle Läden offen (Und hier kommt meine weiblich Seite zum Vorschein: Ich war shoppen. Und ich hatte Spaß daran. Und ich liebe diesen Old-Navy-Store auf der 34. Straße. Jawoll.).
Dass Nationalfeiertag ist, merkt man erst gegen Abend. Da kommen sie alle aus ihren verdreckten Löchern gekrochen und machen sich durch die noch verdrecktere U-Bahn auf den Weg zum Battery-Park an der Südspitze Manhattans, um sich das Feuerwerk anzuschauen. Dabei tun sie so, als hätten sie nie zuvor eins gesehen. Feuerwerke haben für mich immer einen faden Beigeschmack. Sie sind ja ganz nett anzusehen, aber vom Hocker hauen sie mich nie. Da muss schon richtig was kommen, so mit schnellen Schnitten und ganz viel Action. MTV hat mich versaut. Dieses hier war eines der Feuerwerke, die es nicht belohnt haben, eine ganze Stunde stehend zu warten um (mit Rückenschmerzen) einer halben Stunde Feuerwerk beizuwohnen. Nett waren nur die Smiley-Feuerwerke, die jubelnd begrüßt wurden von der Meute. Das einzig wirklich erstaunliche fand ich, dass es zwei Feuerwerke waren, die identisch und simultan liefen, eins von Liberty-Island aus, dass andere irgendwo an der Ostseite Manhattans. War nett, sich beide anzuschauen und erstaunt zu sein, wie simultan die Dinger liefen. Ich schätze, es ist gar nicht so schwer, das hinzukriegen, ist ja sicher alles computergesteuert, interessant war’s schon (Ähnlich dem Legotechnik-Auto, dem ich seinerzeit eine Vorder- und Hinterachsenlenkung einbaute. Ich hab’s zwar selber gebaut, war aber trotzdem erstaunt, dass es funktioniert.).
Der New Yorker wird aber trotz dieser pyrotechnischen Sensation sofort wieder zu sich selbst, wenn er in einer großen Herde auf die U-Bahn zustürmt und sich in die Schlange derer einreihen darf, die vor dem Eingang warten, hineingequetscht zu werden. Ich hab mich für’s Laufen entschieden, bin schließlich jung. Und nicht Amerikaner.
Ich hab inzwischen etwas meinen Hass auf New York abgebaut, kann die Stadt aber immer noch nicht leiden. Aber ich bemühe mich um Versöhnung und mache dies öffentlich durch das Tragen eines frisch gekauften Yankees T-Shirts.
 

twoday.net

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