Drei Euro Zwanzig kostet die Fahrt mit dem Fahrstuhl die 168 Meter hinauf bis zur Aussichtsetage des Düsseldorfer Fernsehturms. Die Aussicht ist gigantisch. Man sieht den Kölner Dom, man sieht alles von Düsseldorf, man sieht in die Hinterhöfe, die sich so gut verstecken, man sieht den Hafen und denkt, man könne hinenspringen, man sieht Brücken und Hochhäuser in einer Art und Weise von oben, die man von unten nie gedacht hätte. Vor allen Dingen jedoch sieht man Schatten. Man sieht die Schatten der Menschen viel deutlicher als die Menschen selber. Und beobachtet man die Schatten und nicht die Menschen, so wird man entrückt in eine andere Dimension. Hier haben Größen, Winkel, Breiten, Längen, Bewegungen eine ganz andere Bedeutung. Sieht man sich die Schatten an, so ist die Vorhersehbarkeit dahin. Schaut man Menschen beim Fußballspielen zu, so ist jeder Schattenflug des Balls eine Überraschung, nicht zu bestimmen, unpredictable. Die Schatten verzerren die Realität und geben doch Dinge von ihr Preis, die man sonst nicht erkennen würde.
derGarfunkel - am Mittwoch, 28. Juli 2004, 22:38