archiv und filialen
blogroll
disclaimer
mission statement
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
icon14

 
Generell versuche ich ja, so schnell wie möglich aus dem Haus zu gehen. Zum einen, weil der Flur so hässlich ist, dass man ihn nicht lange anschauen möchte, zum anderen, weil man dann die Möglichkeiten reduziert, den Nachbarn zu begegnen. Gestern habe ich wohl zu lange an meinem Schlüsselbund genestelt, sodass der Nachbar von schräg oben (meine Wohnungstür ist am Fußende der Treppe, seine am Kopfende) genug Zeit hatte, mich anzusprechen. Im Grunde genommen ist das ja nicht so schlimm, wenn er allerdings nur in seiner bläulichen Retro-Unterhose im Flur steht, dann wirkt das doch sehr befremdlich auf mich. Zumal es das erste Mal war, dass ich ihm begegnet bin. "Ah, Gitarre spielen?!?" sagt er, auf den Koffer in meiner Hand deutend. "Ja." "Normal oder elektrisch?" "Das ist eine Westerngitarre, akkustisch." "Aha. Spielst du auch elektrisch?" "Spiele ich auch, aber nicht so gut." "Aha. Hast du vielleicht noch etwas Zucker für mich?" "Zucker?" "Ja. Ich wollte mir noch einen Pudding kochen und habe vergessen einzukaufen." "Klar. Kein Problem." "Ich hab auch einen Behälter."
Eine Minute später stand er dann mit Unterhosen, Sandalen und Behälter zuerst vor meiner Wohnung und dann drin ("darf ich mal deine Wohnung sehen?").
"So will ich meine Wohnung auch. Bei dir ist es bestimmt morgens blöd mit der Sonne." "Jau. Hier dein Zucker." "Danke. Ich wollte mir so gern noch Pudding kochen heute Abend." "Alles klar." "Tschüss." "Tschüss."
Und dann schnell aus dem Haus. Sehr schnell aus dem Haus!
 

twoday.net

xml version of this page

powered by Antville powered by Helma
AGB