Tage bei twoday. Nur so.
derGarfunkel - am Montag, 5. Dezember 2005, 21:11

le travelguide:
Performance (englisch: Aufführung, Vorstellung, Vortrag, Darstellung, Spiel) ist eine Form der Aktionskunst, bei der eine Person oder eine Gruppe von Personen mit ihrer Darbietung das Kunstwerk bilden. Sie kann überall, zu jeder Zeit und ohne zeitliche Begrenzung stattfinden. Voraussetzung für eine Performance sind vier Grundelemente: Zeit, Raum, der Körper des Künstlers und eine Beziehung zwischen dem Künstler und dem Zuschauer. Performance ist das Gegenteil von Malerei oder Skulptur, bei denen ein Objekt das Kunstwerk bildet. Eine Performance kann Elemente des Theaters, von Tanz, Musik bzw. Zirkus enthalten. Von diesen „Performing Arts“ unterscheiden sie sich allerdings unter anderem dadurch, dass sie an die Person des Künstlers bzw. der Künstlerin gebunden ist und in der Regel nicht wiederholt wird. Meist ist der Ablauf einer Performance genau bestimmt und folgt einer präzisen Dramaturgie. Vergleichbar mit dem Happening werden Performances per Fotografie, Filmkunst oder Video dokumentiert. Über die Dokumente gelangen sie in den Kunstmarkt.
Enjoy your own performance.
Inspired by:
*Forced Entertainment
*Gob Squad
*Goat Island
*She She Pop
*BAK-TRUPPEN
*Showcase Beat Le Mot aus : Wikipedia.org
le travelogue:
Zu einer Performance gehören nicht nur Kreativität und das Wissen um ästhetische Prozesse, sowie eine gewisse Präsenz und Fähigkeit des sich selbst Darstellens (neben anderen Dingen), sondern auch Mut. Hier ein kleines Rezept, um herauszufinden, ob man ein Performer ist – eine kleine Übung quasi, natürlich selber ausprobiert.
McDonalds deluxe (Anleitung für 4 Personen)
Man braucht:
4 Abendgarderoben
4 Teller
4 Gabeln
4 Messer
4 Löffel
4 Gläser
(je nach Anzahl der Gänge natürlich mehr)
4 Servietten
1 silbernes Tablett
mind. 1 Glaskaraffe
1 CD-Player mit klassischer Musik
1 Tischdecke
Kerzen
Blumen
Uswusf…
Man nehme die Abendgarderobe und mache sich fein. Danach gehe man zu McDonalds, decke sich einen Tisch und richte alles her für ein Diner. Dann hole man sich alles, was man braucht mit dem silbernen Tablett ab und fülle am Tisch alles um in Karaffe, Teller usw. und genieße sein Festessen mit Messer, Gabel und Stil.
Zu den vier Grundelementen:
Zeit: Die Tageszeit ist egal, allerdings müssen Anfang und Ende genauso wie die Durchführung zelebriert werden und klar sein.
Raum: Dadurch, dass die Aktion, die andernorts kein Aufsehen erregen würde, hier einfach nicht her passt, wird sie zur Performance. Essenskultur vs. Raumkultur.
Der Körper des Künstlers: moderiert durch Gestus und Habitus die Situation.
Die Beziehung zwischen dem Künstler und dem Zuschauer: Der Künstler geht nicht großartig auf die Zuschauer ein, genießt nur still die Blicke. Die Beziehung ist nicht direkt gewollt, sondern eher indirekt durch Verstörung.
Ich gebe zu: Dies ist ein kleiner Fisch. Und dennoch sehr nachahmenswürdig – weil: sehr großer Unterhaltungsfaktor. (Kleiner Tipp: Chicken McNuggets lassen sich am stilvollsten mit Messer und Gabel essen – Burger wehren sich mehr.)
derGarfunkel - am Montag, 5. Dezember 2005, 21:09

le travelguide:
Dem Glück süß sind
Die finden, um zu suchen
le travelogue:
Kühlschrank-Poetry dort oben. Und dazu ein Glückskeks im Travelguide, der mir sagt:
„Eindrucksvoll, wie Sie Ihren Gegenüber überzeugen.“
Irgendwie ist es das doch auch. Man überzeugt selten dauerhaft mit schönen Worten oder tollen Argumenten. Viel mehr mit Eindrücken. Mit dem, was man selbst erlebt und erspürt hat, was sich als Eindruck in die Seele eingeprägt hat. Ich will eindrucksvoll sein, voller Eindrücke also, die von etwas zeugen, Zeuge sind, wahrhaftig also. Hier ein paar Eindrücke, eingefangen mit der Linse, bildhaft, zauberhaft; das Meer in mir, der Strand, die schmale Wüste, die Auszeit, die kurze Einsamkeit, das Rauschen; die Reise wohl.




derGarfunkel - am Sonntag, 4. Dezember 2005, 17:27

le travelguide:
worte.
bilder.
wortbilder.
wortbilder sind blog-b[u]ilder
le travelogue:
Ich kam mir vor wie ein Erpresser mit all den Buchstabenschnipseln vor mir. Rausgekommen ist dies (die „g“s sind gefaked, ein „g“ kam im Sammelsurium nämlich nicht vor):
Me and Myself
Are sitting on a shelf
Envying a book
For a look that it took
derGarfunkel - am Samstag, 3. Dezember 2005, 23:41

le travelguide:
mit engels.zungen.reden.
singen. spielen. schreiben.
sprichwort: aus dem mittelalter.
origin: 1. Kor. 13, 1
le travelogue:
Musik bestimmt mein Leben. Täglich und täglich mehr. Das letzte Jahr hat mich gelehrt, darüber mutig und sicher zu sein – nicht mehr jemand zu sein, der irgendwie Musik macht und auch mal ein Lied schreibt. Musiker zu sein stattdessen. Punkt. Ein Song:
4th of July (2005)
Chorus: I’ll be with you on your journey
I will guard you on your way
I will comfort you at night
And carry your loads by day
1. You say you’re mediocre
And somehow stuck in life
I think you’re pretty special
And you got that certain drive
You say you’re not reliable
And like the shaking ground
But I think you are solid
‘cause around you I feel sound
2. You say that often you feel awkward
Like the world is not your place
I think the world’s just not ready yet
To understand you and your ways
You say life is not that easy
And neither are you
I say yeah, you’re freakin’ right
Thank God that this is true
3. Today you can be down
Tomorrow you can fly high
Whatever you do
Everyday is 4th of July
derGarfunkel - am Samstag, 3. Dezember 2005, 23:38

le travelguide:
Café
Das Wartezimmer der Poesie.
Hermann Kesten (1900-1996), dt. Schriftsteller
le travelogue :
Cafés bedeuten mir viel, Urlaub für zwei Stunden, Kreativitätsoase, Aquarium. Nicht nur, um Gedanken zu orten, sondern auch, um zu verorten. Cafégeschichte #3, Anfang 2005, Starbucks, Düsseldorf (Auszug):
Die Idee der Cafégeschichten lässt mich nicht mehr los. Angefangen hat das vor fast zwei Jahren in Richmond / VA. Ich saß im „17,5“, einem etwas heruntergekommenen Café mit einem Buchantiquariat im ersten Stock. Ich hatte frei vom Camp. Es war Sonntag und ich hatte die Zeit bis zum Café mit L. verbracht. Eine gemeinsame Zeit, die mir immer noch nachhängt, weil sie von einer Vertrautheit gekennzeichnet war, die ich nicht vor-, noch nachher wieder erlebt habe.
Mir ging viel durch den Kopf zu dieser Zeit, also begann ich zu schreiben. Ich saß lange im Café und schrieb über die Menschen dort, über L., über die Welt um mich herum und die Welt in mir. Mir gefiel die Idee, Geschichten in Cafés zu schreiben. Ich wollte die Stimmungen einfangen und die Charaktere nachzeichnen in ihrer Gegenwart. Vergangenheit und Zukunft wären meiner Phantasie entsprungen. Insgesamt sind keine Handvoll Geschichten entstanden. Entweder fehlte mir Zeit oder Muße. Und doch lässt mich die Idee nicht los.
Vielleicht ist es aber auch nur deswegen so schwer, weil ich immer nur zu Starbucks gehe. Ich mag den Style, den Kaffee, die Musik, aber die Gleichschaltung von Interieur und Menschen, egal wo auf der Welt, tötet Kreativität und Individualität. Die Menschen sehen immer gleich aus, je nach Tageszeit unterscheiden sich nur die Gruppen.
Gerade sind es die Businessmenschen, die dominieren. Die beiden jungen Frauen mir mit ihren spitzen Schuhen. Die beiden jungen Herren in Oberhemd und Krawatte eine Sitzgruppe weiter. Die beiden Frauen mittleren Alters auf der Couch in den pastellfarbenen Blusen. Sie unterscheiden sich eigentlich kaum von den beiden Teenager-Mädchen am Fenster, sie sind nur etwas sanfter und vorsichtiger in ihrem Habitus. In zwanzig Jahren sitzen die Teenis auf der Couch und haben ihre Miss-Sixty-Jeans gegen das Kostümchen eingetauscht. Bis dahin wird es nur noch Cafés, Geschäfte oder Marken geben, die jetzt schon mindesten 2000 Filialen auf der ganzen Welt haben. Die Gleichschaltung läuft. […]
Mir wird deutlich, wie sehr die Jazzmusik, das Ambiente und die Fotostudioatmosphäre jeden Menschen hier irgendwie erfolgreich erscheinen lassen. Man lebt einen Sepiaton, der jeden mit einem Glanz umgibt, der der Realität bestimmt nicht standhalten würde. Das hier ist ein Casting, ein Werbespot, ein h&m-Schaufenster. Und ich bin mittendrin.
derGarfunkel - am Samstag, 3. Dezember 2005, 23:35

Adventskalender sind so was wie der beste Teil des Essens, den man sich bis ganz zum Schluss aufbewahrt. Oder wie der Drei-Punkte-Wurf in einem Basketballspiel, den man erst zwei Sekunden vor Schluss macht. Oder wie die kurze Szene in einem guten Film, die erst nach dem Abspann läuft. Also etwas, mit dem man nicht mehr unbedingt rechnet, was aber noch mal alles herumreißt, es zumindest jedoch krönt. Und ich meine nicht, diese Schoko-Adventskalender, wo die einzige Spannung darin besteht, dass man nicht weiß, ob man heute eine Lokomotive oder einen Teddybären isst. Ich meine die selbst gemachten, die von jemand Speziellem, die mit einer Idee dahinter und jede Menge Kreativität gepaart mit akribischem Aufwand. Die meine ich. Die, die man vielleicht nicht jedes Jahr bekommt, die einen dafür dann, wenn man sie bekommt, total umhauen. Und die das Jahr krönen.
Am schönsten ist, wenn sie einen selbst noch herausfordern.
Genauso einen habe ich bekommen, einen Adventskalender, der gleichzeitig ein Travelogue, Reisetagebuch ist. Nicht unbedingt für eine Reise zu einem bestimmten Ort, mehr zu einer bestimmten Verfassung oder einem bestimmten Output – weiß noch nicht genau. Werde es aber herausfinden und meine Schritte hier posten.
Ich gebe zu, es ist schon der dritte Dezember. Und pünktlich werde ich es auch nicht immer schaffen, aber ich werde es probieren. Versprochen.
„Le travelguide“ beschreibt dabei immer quasi die Tagesaufgabe, die immer wunderschön illustriert ist (dies zu genießen, bleibt mir jedoch offline vorbehalten). „Le travelogue“ beschreibt dabei meinen Schritt. Für mich, für Sie, für D. Danke. Das alles etwa im Sinne des Suffix des dritten Tages:
„Wortbilder sind blog-b[u]ilder“.
Advent heißt Ankunft. Wie passend ist da eine Reise. Willkommen im Advent.
derGarfunkel - am Samstag, 3. Dezember 2005, 23:32